Ist Lakritz gesund? Alle Fakten im Überblick

Ist Lakritz gesund? Alle Fakten im Überblick

Kennst du das Gefühl, wenn dich der Duft von Anis und Süßholz umhüllt und deine Geschmacksknospen schon ganz ungeduldig auf den ersten Bissen warten? Ja, wir reden von Lakritz! Diese dunkle Köstlichkeit spaltet die Gemüter – entweder man liebt sie oder man hasst sie. Aber lass uns mal ehrlich sein: Neben dem intensiven Geschmack gibt es auch viele Fragen rund um die gesundheitlichen Aspekte von Lakritz. Ist Lakritz wirklich nur eine süße Sünde oder steckt vielleicht mehr dahinter? Tauchen wir gemeinsam ein in die faszinierende Welt der Lakritze und beleuchten alle Fakten, damit du selbst entscheiden kannst, wie gesund (oder ungesund) Lakritz für dich ist.

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Was Lakritz wirklich ist – Mehr als nur Süßigkeiten

Lakritz ist viel mehr als nur eine Süßigkeit aus dem Supermarktregal. Es ist ein Produkt, das aus der Wurzel des Süßholzstrauchs (Glycyrrhiza glabra) gewonnen wird. Diese Pflanze ist in Südeuropa und Teilen Asiens beheimatet und wird seit Jahrhunderten für ihre medizinischen Eigenschaften geschätzt. Die Wurzel enthält Glycyrrhizin, eine Substanz, die etwa 50-mal süßer ist als Zucker. Dieses Glycyrrhizin ist auch für den charakteristischen Geschmack und die potenziellen gesundheitlichen Auswirkungen von Lakritz verantwortlich.

Die Herstellung von Lakritz ist ein faszinierender Prozess. Zuerst werden die Süßholzwurzeln geerntet, gewaschen und zerkleinert. Anschließend werden sie in Wasser gekocht, um das Glycyrrhizin zu extrahieren. Die entstandene Flüssigkeit wird dann eingedickt, bis eine zähflüssige Masse entsteht. Diese Masse wird dann weiterverarbeitet, um die verschiedenen Lakritzsorten herzustellen, die wir kennen und lieben.

Es gibt unzählige Varianten von Lakritz, von süßen, milden Sorten bis hin zu salzigen, kräftigen Varianten. Die Zugabe von anderen Zutaten wie Zucker, Melasse, Aromen und Salmiak (Ammoniumchlorid) beeinflusst den Geschmack und die Konsistenz des Endprodukts erheblich. So entstehen die vielfältigen Lakritzsorten, die in den Regalen der Welt zu finden sind.

Die Inhaltsstoffe von Lakritz – Ein genauerer Blick

Um die gesundheitlichen Auswirkungen von Lakritz besser zu verstehen, ist es wichtig, einen Blick auf die Inhaltsstoffe zu werfen. Neben Glycyrrhizin enthält Lakritz auch verschiedene andere Substanzen, die eine Rolle spielen können:

  • Glycyrrhizin: Der Hauptbestandteil, der für den süßen Geschmack und die meisten gesundheitlichen Auswirkungen verantwortlich ist.
  • Zucker: Viele Lakritzsorten enthalten Zucker, um den Geschmack zu verstärken und die Konsistenz zu verbessern.
  • Melasse: Wird oft als Süßungsmittel und zur Farbgebung verwendet.
  • Aromen: Anis, Fenchel und andere Gewürze werden oft hinzugefügt, um den Geschmack zu verfeinern.
  • Salmiak (Ammoniumchlorid): In salzigen Lakritzsorten enthalten und für den typischen, leicht stechenden Geschmack verantwortlich.
  • Stärke: Wird als Bindemittel verwendet, um die Lakritze in Form zu bringen.

Die genaue Zusammensetzung variiert je nach Lakritzsorte und Hersteller. Es ist daher ratsam, die Zutatenliste auf der Verpackung zu überprüfen, um genau zu wissen, was du zu dir nimmst.

Glycyrrhizin – Freund oder Feind?

Glycyrrhizin ist der Schlüsselspieler, wenn es um die gesundheitlichen Auswirkungen von Lakritz geht. Einerseits hat es nachweislich entzündungshemmende, antivirale und schleimlösende Eigenschaften. Andererseits kann ein übermäßiger Konsum von Glycyrrhizin zu unerwünschten Nebenwirkungen führen.

Wie genau wirkt Glycyrrhizin im Körper? Es beeinflusst den Cortisolspiegel, ein wichtiges Stresshormon. Glycyrrhizin hemmt ein Enzym, das Cortisol abbaut, was zu einem erhöhten Cortisolspiegel im Blut führen kann. Dies kann verschiedene Auswirkungen auf den Körper haben, darunter:

  • Erhöhung des Blutdrucks: Cortisol kann den Blutdruck erhöhen, was bei Menschen mit Bluthochdruck problematisch sein kann.
  • Kaliummangel: Cortisol kann die Ausscheidung von Kalium über die Nieren fördern, was zu einem Kaliummangel führen kann.
  • Wassereinlagerungen: Cortisol kann die Wassereinlagerung im Körper erhöhen, was zu Schwellungen führen kann.

Es ist wichtig zu betonen, dass diese Nebenwirkungen in der Regel nur bei übermäßigem Konsum von Lakritz auftreten. Moderate Mengen sind in der Regel unbedenklich, aber es ist ratsam, die empfohlene Tagesdosis nicht zu überschreiten.

Die potenziellen gesundheitlichen Vorteile von Lakritz

Trotz der potenziellen Risiken birgt Lakritz auch einige interessante gesundheitliche Vorteile. Seit Jahrhunderten wird Süßholz in der traditionellen Medizin eingesetzt, und auch moderne Studien haben einige positive Effekte bestätigt:

  • Entzündungshemmende Wirkung: Glycyrrhizin hat entzündungshemmende Eigenschaften und kann bei der Behandlung von Entzündungen im Körper helfen.
  • Schleimlösende Wirkung: Lakritz kann helfen, Schleim in den Atemwegen zu lösen und das Abhusten zu erleichtern. Dies kann bei Erkältungen und Husten lindernd wirken.
  • Magenschützende Wirkung: Studien haben gezeigt, dass Lakritz die Magenschleimhaut schützen und bei der Behandlung von Magengeschwüren helfen kann.
  • Antivirale Wirkung: Glycyrrhizin hat antivirale Eigenschaften und kann die Vermehrung bestimmter Viren hemmen.

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die meisten Studien zu den gesundheitlichen Vorteilen von Lakritz in vitro (im Reagenzglas) oder an Tieren durchgeführt wurden. Weitere Forschung am Menschen ist erforderlich, um die Ergebnisse zu bestätigen und die optimale Dosierung zu bestimmen.

Lakritz bei Verdauungsbeschwerden

Besonders bei Verdauungsbeschwerden kann Lakritz eine wohltuende Wirkung haben. Die entzündungshemmenden und schleimhautschützenden Eigenschaften können bei Magenbeschwerden, Sodbrennen und sogar bei Reizdarmsyndrom helfen. Ein Tee aus Süßholzwurzel kann beispielsweise beruhigend auf den Magen wirken.

Aber Achtung: Auch hier gilt die Dosis macht das Gift. Bei übermäßigem Konsum kann Lakritz auch zu Verdauungsbeschwerden wie Durchfall oder Blähungen führen. Achte also auf deinen Körper und übertreibe es nicht.

Die Risiken und Nebenwirkungen von Lakritz

Wie bereits erwähnt, kann ein übermäßiger Konsum von Lakritz zu unerwünschten Nebenwirkungen führen. Besonders Glycyrrhizin ist hier der Übeltäter. Die wichtigsten Risiken und Nebenwirkungen sind:

  • Bluthochdruck: Glycyrrhizin kann den Blutdruck erhöhen, was besonders für Menschen mit Bluthochdruck gefährlich sein kann.
  • Kaliummangel: Glycyrrhizin kann die Ausscheidung von Kalium über die Nieren fördern, was zu einem Kaliummangel führen kann. Symptome eines Kaliummangels sind Müdigkeit, Muskelschwäche und Herzrhythmusstörungen.
  • Wassereinlagerungen: Glycyrrhizin kann die Wassereinlagerung im Körper erhöhen, was zu Schwellungen führen kann.
  • Herzrhythmusstörungen: In seltenen Fällen kann ein übermäßiger Konsum von Lakritz zu Herzrhythmusstörungen führen.
  • Muskelschwäche: Ein Kaliummangel kann zu Muskelschwäche führen.
  • Wechselwirkungen mit Medikamenten: Lakritz kann die Wirkung bestimmter Medikamente beeinflussen, insbesondere von blutdrucksenkenden Mitteln und Diuretika.

Besonders gefährdet sind Menschen mit Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierenerkrankungen und Schwangere. Auch ältere Menschen sollten vorsichtig sein.

Lakritz in der Schwangerschaft – Lieber verzichten?

Schwangere Frauen sollten während der Schwangerschaft und Stillzeit vorsichtshalber auf Lakritz verzichten oder den Konsum stark einschränken. Studien haben gezeigt, dass ein hoher Lakritzkonsum während der Schwangerschaft das Risiko für Frühgeburten und Verhaltensauffälligkeiten bei den Kindern erhöhen kann. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) empfiehlt, den Konsum von Lakritz während der Schwangerschaft so gering wie möglich zu halten.

Wie viel Lakritz ist sicher?

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat eine Empfehlung für die sichere Tagesdosis von Glycyrrhizin herausgegeben. Demnach sollten Erwachsene nicht mehr als 100 mg Glycyrrhizin pro Tag zu sich nehmen. Diese Menge entspricht etwa 50 Gramm Lakritz, je nach Glycyrrhizin-Gehalt der jeweiligen Sorte. Kinder sollten noch weniger Lakritz konsumieren.

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Es ist wichtig zu beachten, dass der Glycyrrhizin-Gehalt in verschiedenen Lakritzsorten stark variieren kann. Daher ist es ratsam, die Angaben auf der Verpackung zu überprüfen und den Konsum entsprechend anzupassen. Wenn du unsicher bist, solltest du lieber weniger Lakritz essen.

Tipps für einen bewussten Lakritzkonsum

Wenn du Lakritz liebst und nicht darauf verzichten möchtest, gibt es ein paar Tipps, die du beachten kannst, um den Konsum bewusst zu gestalten:

  • Achte auf die Inhaltsstoffe: Überprüfe die Zutatenliste auf der Verpackung und wähle Sorten mit einem niedrigen Glycyrrhizin-Gehalt.
  • Konsumiere Lakritz in Maßen: Überschreite nicht die empfohlene Tagesdosis von 100 mg Glycyrrhizin.
  • Vermeide Lakritz bei bestimmten Erkrankungen: Wenn du Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierenerkrankungen oder andere gesundheitliche Probleme hast, solltest du vor dem Verzehr von Lakritz deinen Arzt konsultieren.
  • Trinke ausreichend Wasser: Trinke ausreichend Wasser, um die Ausscheidung von Kalium über die Nieren zu unterstützen.
  • Achte auf deinen Körper: Achte auf mögliche Symptome von Nebenwirkungen wie Blutdruckerhöhung, Wassereinlagerungen oder Muskelschwäche.

Mit diesen Tipps kannst du Lakritz genießen, ohne deine Gesundheit zu gefährden. Denke daran, dass es wie bei allen Dingen im Leben auf das richtige Maß ankommt.

Lakritz Alternativen für Gesundheitsbewusste

Wenn du aufgrund gesundheitlicher Bedenken auf Lakritz verzichten möchtest, gibt es zum Glück einige leckere Alternativen, die du ausprobieren kannst:

  • Anisbonbons: Anis hat einen ähnlichen Geschmack wie Lakritz, enthält aber kein Glycyrrhizin.
  • Fencheltee: Fenchel hat ebenfalls einen lakritzartigen Geschmack und kann bei Verdauungsbeschwerden helfen.
  • Lakritztee (ohne Süßholz): Es gibt auch Lakritztees, die ohne Süßholzwurzel hergestellt werden und somit kein Glycyrrhizin enthalten.
  • Kräutertees: Viele Kräutertees haben einen würzigen Geschmack, der an Lakritz erinnert.

Probiere verschiedene Alternativen aus und finde deinen persönlichen Favoriten. So kannst du den Geschmack von Lakritz genießen, ohne die potenziellen Risiken in Kauf nehmen zu müssen.

Lakritz – Eine Frage des Geschmacks und des Maßes

Lakritz ist eine faszinierende Süßigkeit mit einer langen Geschichte und vielfältigen Geschmacksrichtungen. Ob Lakritz gesund oder ungesund ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab, insbesondere von der Menge, die du konsumierst, und von deinem individuellen Gesundheitszustand. In Maßen genossen, kann Lakritz sogar einige gesundheitliche Vorteile bieten. Ein übermäßiger Konsum kann jedoch zu unerwünschten Nebenwirkungen führen.

Lass dich von deinem Geschmackssinn leiten und entdecke die Vielfalt der Lakritzsorten. Achte aber immer auf die Inhaltsstoffe und konsumiere Lakritz in Maßen. So kannst du diese dunkle Köstlichkeit genießen, ohne deine Gesundheit zu gefährden. Und denk daran: Das Leben ist zu kurz, um auf Genuss zu verzichten, aber auch zu wertvoll, um die Gesundheit zu vernachlässigen!

FAQ – Deine Fragen zu Lakritz, beantwortet

Ist Lakritz wirklich so schlecht für den Blutdruck?

Ja, Lakritz kann den Blutdruck erhöhen, besonders wenn es in großen Mengen konsumiert wird. Der Inhaltsstoff Glycyrrhizin beeinflusst den Cortisolspiegel im Körper, was zu einer Erhöhung des Blutdrucks führen kann. Wenn du bereits unter Bluthochdruck leidest, solltest du den Konsum von Lakritz stark einschränken oder ganz darauf verzichten und deinen Arzt konsultieren.

Kann ich Lakritz während der Schwangerschaft essen?

Es wird empfohlen, während der Schwangerschaft und Stillzeit auf Lakritz zu verzichten oder den Konsum stark einzuschränken. Studien haben gezeigt, dass ein hoher Lakritzkonsum während der Schwangerschaft das Risiko für Frühgeburten und Verhaltensauffälligkeiten bei den Kindern erhöhen kann. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) empfiehlt, den Konsum von Lakritz während der Schwangerschaft so gering wie möglich zu halten.

Wie viel Lakritz darf ich pro Tag essen, ohne gesundheitliche Risiken einzugehen?

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) empfiehlt, nicht mehr als 100 mg Glycyrrhizin pro Tag zu sich zu nehmen. Diese Menge entspricht etwa 50 Gramm Lakritz, je nach Glycyrrhizin-Gehalt der jeweiligen Sorte. Kinder sollten noch weniger Lakritz konsumieren. Es ist wichtig, die Angaben auf der Verpackung zu überprüfen und den Konsum entsprechend anzupassen.

Gibt es Lakritzsorten, die gesünder sind als andere?

Ja, es gibt Lakritzsorten, die weniger Glycyrrhizin enthalten und daher als gesünder gelten können. Achte auf die Inhaltsstoffe und wähle Sorten mit einem niedrigen Glycyrrhizin-Gehalt. Es gibt auch Lakritztees, die ohne Süßholzwurzel hergestellt werden und somit kein Glycyrrhizin enthalten.

Kann Lakritz bei Verdauungsbeschwerden helfen?

Ja, Lakritz kann bei Verdauungsbeschwerden helfen. Die entzündungshemmenden und schleimhautschützenden Eigenschaften können bei Magenbeschwerden, Sodbrennen und sogar bei Reizdarmsyndrom lindernd wirken. Ein Tee aus Süßholzwurzel kann beispielsweise beruhigend auf den Magen wirken. Allerdings sollte Lakritz auch hier nur in Maßen konsumiert werden, da ein übermäßiger Konsum auch zu Verdauungsbeschwerden führen kann.

Welche Alternativen gibt es, wenn ich auf Lakritz verzichten möchte, aber den Geschmack mag?

Wenn du aufgrund gesundheitlicher Bedenken auf Lakritz verzichten möchtest, gibt es einige leckere Alternativen, die du ausprobieren kannst. Dazu gehören Anisbonbons, Fencheltee, Lakritztee (ohne Süßholz) und verschiedene Kräutertees. Diese Alternativen haben einen ähnlichen Geschmack wie Lakritz, enthalten aber kein Glycyrrhizin.

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